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Hochsensibel durch die Coronazeit

Es gibt immer zwei Seiten einer Medaille, heißt es so schön, und das ist ja wohl ganz klar die Untertreibung des Jahrhunderts. Erstens sind Herausforderungen des Alltags genauso wenig eine Medaille, wie die Erde eine Scheibe, sondern unendlich viel komplexer. Zweitens durchdenken Hochsensible sämtliche Problemlagen nicht nur aus drei, sondern gleich aus vier, fünf oder auch zehn Dimensionen. Keine Fliege ist so klein, dass sie nicht durch das Betrachten von mehr als allen möglichen Seiten zu einem dicken Elefanten mit drei Extrarüsseln wird. Und der scheppert dann durch deinen Tag und du hast dafür zu sorgen, dass nicht zu viel Porzellan zu Bruch geht. Verdreifacht sich diese Herangehensweise in einer Familie könnt ihr Euch mit wenig Phantasie unseren täglichen Drahtseilakt vorstellen. Und dann muss man ja auch noch Essen, Arbeiten, zur Schule gehen und Atmen…

Geliebte Bretagne

Geliebte Bretagne

Wir haben zwei Sommerwochen in der Bretagne verbracht. Also, was heißt Sommerwochen… Eigentlich war es eher etwas zwischen Früh- und Spätherbst, was sich da wettermäßig abgespielt hat. Während im Südosten Europas alles wegbrutzelte, blieb der Sommer im Westen irgendwie stecken, bevor er angefangen hatte. Da es auch keinen Frühling gegeben hatte, ging der Winter quasi gleich in den Herbst über. Und trotzdem gab es diese Momente, die unsere Reise einfach wertvoll gemacht und die Schönheit dieses Fleckchens Erde offenbart hat. Hier eines meiner persönlichen Highlights:

Quiberon

Ich hatte bisher noch nicht oft das Gefühl, in einem Postkartenmotiv zu stehen. Aber an dieser wildromantischen Küste war es genau so. Die Abendsonne tauchte die Gegend in ein warmes Licht und egal, wo man hin sah, gab es einfach nur pure Zauberhaftigkeit zu bestaunen.

Bogen Port Blanc Quiberon

Der Bogen am Port Blanc – ein Strandabschnitt inmitten einer riesigen Dünenlandschaft.

Steintürmchen am Felsenbogen auf Quiberon

 Knallerbsengrüne Algen und Muschelkolonien, die rund geschliffene Felsen überzogen und liebevoll aufgeschichtete Steintürmchen.

Quiberon Felsspalte mit Wasser

Felsspalten mit so glasklarem Wasser, das es, wie hier im Bild absolut nicht zu sehen ist.

Schnecken an Dünenpflanzen

Myriaden von Schnecken, die an den Dünenpflanzen klebten und eine ganze eigene Kunstform erzeugten.

Ruine an der Küste von Quiberon

Umrisse einer Ruine im Abendlicht, die sich kein Maler hätte besser ausdenken können.

Felsenküste Quiberon

Der Blick von dort oben auf den tosenden Atlantik.

Ruine im Abendlicht

Und ein „au revoir“ (kenavo) auf bretonisch zum Abschied.

Karte der Bretagne mit Markierung des Bogens auf Quiberon

Arche De Port Blanc Roche Percée an der Westküste der Halbinsel Quiberon.

Familie Hose

Familie Hose

Heute möchte ich euch Familie Hose vorstellen. Da ist Papa Hose, Anfang 40, liebt Einsen und Nullen, seinen Controller, E-Bike-Fahren, mit Holz arbeiten und Döner. Dann haben wir Mama Hose, Mitte 40, schreibt und bastelt, ist gerne mit Menschen zusammen und – am liebsten mit dem E-Bike und der ganzen Familie – draußen unterwegs. Tochter Hose ist kein Kind mehr, aber auch kein Teenie. Sie malt und zeichnet den ganzen Tag, schreibt lange Geschichten, spielt gerne mit Schleich und Playmobil, liebt Klettern und Schwimmen. Und schließlich haben wir noch Hund Hose. Groß und sanft, liegt lieber rum, als sich zu verausgaben, mag andere Hunde, Kühe, Menschen und seine Hose-Familie. Alle paar Wochen wechselt er sein Zuhause und zieht für einige Zeit zu Opa und Oma.

Familie Hose lebt und lacht, jammert und streitet, verursacht Chaos und räumt wieder auf. Sie bewältigt den Alltag und nimmt alle Hürden – mal mit Schwung, mal im Kriechgang –  je nach Hürde und Tagesform. Eine Sache verbindet alle Familienmitglieder vom Vater bis zum Hund: sie sind hochsensibel.

Hochsensibel, was ist das eigentlich?

Stellen wir uns einen Löwenzahn vor: sonniggelb, unverwüstlich, wächst durch Asphaltdecken. Daneben die Orchidee: mag Wasser, aber nicht brutal aus der Gießkanne, sondern als sanftes Wurzelballenfußbad. Mag frische Luft, aber keinen Durchzug. Mag Licht, aber nicht zu direkt, mag Schatten, aber nicht zu dunkel. Mag es zimmerwarm – also 22 Grad. Nicht etwa eiskalte 21 Grad oder bullenheiße 23 Grad. Diesen Löwenzahn-Orchideen-Vergleich hat sich mal jemand ausgedacht, um den Unterschied zwischen einem normalsensiblen Menschen und einem Hochsensiblen zu erklären. Und ich finde, es trifft die Sache sehr gut.

Hochsensible haben weniger Filter, um Reize, die von außen kommen abzufedern. Vieles trifft sie ungebremst – ins Auge, ins Ohr, auf die Haut und ins Herz. Zuckendes Dancefloor-Licht verursacht Übelkeit. Das leise Zischeln einer halbgeöffneten Sprudelflasche verlangt volle Aufmerksamkeit. Das ziepende Haar im Pferdeschwanz macht wahnsinnig. Ein nicht erwiderter Gruß eines Bekannten hallt stundenlang in der Seele nach. Manchmal gleicht der Alltag einem Drahtseilakt. Vieles schubst und zieht, während man versucht, die Balance zu halten. Gleichzeitig bedeutet hochsensibel sein auch, bestimmte Dinge gut zu können: sich in andere Menschen hineinfühlen zum Beispiel, vorausschauend planen, den Überblick bewahren und gleichzeitig den Kern der Dinge sehen, sich kreativ in dieser Welt austoben und Verantwortung für alles und jeden zu übernehmen.

Jeder vierte Mensch ist hochsensibel, heißt es. Also Löwenzahn, Löwenzahn, Löwenzahn, Orchidee, Löwenzahn, Löwenzahn… Hochsensibilität ist keine Krankheit und keine Störung, sondern ein unveränderlicher Charakterzug. Und Hochsensibilität sieht man niemandem an der Nasenspitze an. Auch ein hochsensibler Türsteher mit dickem Fell und hartem Blick ist im Inneren noch hochsensibel. Er hat nur seinen persönlichen Weg gefunden, damit umzugehen. Viele Hochsensible fühlen sich irgendwie anders und sie sind es ja auch. Wie anders, das soll dieser Blog aus dem Alltag der Familie Hose zeigen.

Eure Nachbarin

Darum!

Darum!

Gestern bat mich meine Lieblingsschwiegermutter (ja, so was gibt es, auch wenn man nur eine hat) meinen seit Jahren dornröschengleich schlummernden Blog endlich wieder wachzuküssen. Und weil man Schwiegermüttern nicht widerspricht, sitz ich nun wieder hier, vor diesem blütenweißen Editor, der einerseits so einladend aussieht und andererseits höhnisch raunt: „Ey Alte, dir fällt doch eh nix ein.“

In der Tat hatte ich es – was meinen Blog angeht – in den letzten Jahren mit einer ausgewachsenen Schreibblockade zu tun. Während im gleichen Zeitraum 100 Artikel aus meiner Feder flossen (naja manchmal tröpfelte es auch eher) blieb der Editor der Nachbarin leer oder wurde, nach verschiedenen verzweifelten Anläufen resigniert wieder geschlossen. Nun habe ich in einer kleinen Innenschau nochmal versucht, das „Warum“ dafür zu klären.

Hier also das, was ich da drinnen so gefunden habe:

Dornröschen

Meine Tochter ist kein Kindergartenkind mehr. Schon lange nicht. Sie ist alt genug, um meine Einträge von früher selbst zu lesen und sich dabei kringelig zu lachen. Sie ist alt genug, per WhatsApp Kontakt zu ihren Freunden zu halten. Sie ist noch nicht alt genug, um zu ermessen, was es bedeutet, wenn private Details über das eigene Leben und das der Familie im Internet stehen. Aber Hand aufs Herz, wer ist das schon…

Dank der Datenschutzgrundverordnung, die genauso nervig ist, wie das Wort suggeriert, sicher aber eine großartige Existenzberechtigung hat, müssen Familienblogger im Impressum nicht nur die vollständige Adresse angeben, sondern auch noch ihren blödesten Spitznamen aus der Grundschule (Pumuckl), die Schlüppergröße (pendelt zwischen 36 und 42) und den Zustand des rechten Fußes (Platt-Spreiz-Senk mit Hammerzehen). Solche Dinge öffentlich preiszugeben ist eine Sache, wenn es sich um den Bloggenden selbst handelt. Eine ganz andere, wenn es um ein Kind geht…

Aua Lebensmitte

Zudem hat mich 2017 die 40 ereilt. Und prompt hat mich, wie bereits erwähnt, der Humor verlassen. So eine Lebensmitte ist nichts für Weicheier. Nur Hartgekochte, wie meine Mum, die nächste Woche die 70 feiert, lässt der Wechsel der Zehnerzahl so richtig kalt. Ich dagegen versuche jetzt seit drei Jahren, mich daran zu gewöhnen, dass ich mich nun in der Lebenshälfte des körperlich-geistigen Abbaus befinde. Wie sagte kürzlich eine gute Freundin: Ich weiß, dass alles, was ich so an Schmerzen habe, nie wieder weggehen wird. Sie ist übrigens gerade 40 geworden.

Mir persönlich machten in den letzten Jahren vor allem die Hormone zu schaffen. Es fühlt sich manchmal an, als würde eine Bowlingkugel namens „15., 20., 28. oder einfach beliebiger Zyklustag“, alle Hormonkegel mit einem gezielten „Full Strike“ umzimmern und beim Aufheben verheddern sich die Schnüre. Da baumelt mein „Ich“ dann so rum, mit allen unangenehmen mentalen und körperlichen Begleiterscheinungen. Während ich schreibe, sind es gerade Migräne linksseitig und Kieferschmerzen. Am blödesten sind Weltschmerztage oder Ich-hau-euch-alle-kaputt-Tage. Manchmal fallen beide auch auf ein Datum.

Eine ganze Weile lang half es nicht, mir Sprüche, wie diese hier durchzulesen: „Ich wünschte, ich könnte meinen Körper ins Fitnessstudio bringen und ihn abholen, wenn er fertig ist.“ Oder: „Sobald man über 40 ist, stellt man sich jeden Tag dieselbe Frage: Bin ich krank oder ist das jetzt der Normalzustand?“ Oder: „Morgens steht man auf und verbringt den Tag damit einzusehen, dass das ein Fehler war. Abends kommt man dann zur Vernunft und legt sich wieder hin.“ Mittlerweile kann ich ernsthaft drüber lachen und die Schnüre entwirren sich wieder schneller.

Das ist also das „Darum“. Vielleicht hilft es mir, darüber geschrieben zu haben, wenn ich das nächste Mal vor dem weißen Editor sitze und über Themen wie „Genderisierung*in die/der Sprachin und Sprache“, „Die Spinne am Autodach“ oder „Was in den letzten Jahren so passiert ist“, schreibe. Wenn nicht gibt es Haushaltstipps, Bastel-Anleitungen und schwermütige Gedichte.

Man sieht sich!

Eure Nachbarin

Liebster Blog Award

liebster-award1Wunder gibt es immer wieder und vor ein paar Tagen ereilte mich ein schönes, in Form des „Liebster Awards“, der neue Blogs unters interessierte Volk bringen soll. Ganz herzlichen Dank an Wundermama, die auf ihrem Blog Wundermädchen über das Leben mit ihren Zwillingsbabys bloggt. Sie hat mir elf Fragen dagelassen, die ich gerne beantworte. Aber erst zu den Spielregeln, denn so sind die Spielregeln 😉

 

  1. Danke der Person, die dich für den Liebster Award nominiert hat und verlinke den Blog in deinem Artikel.
  2. Beantworte die 11 Fragen, die dir der Blogger, der dich nominiert hat, stellt.
  3. Nominiere 11 weitere Blogger mit weniger als 1.000 Followern für den Liebster Award.
  4. Stelle eine neue Liste mit 11 Fragen für deine nominierten Blogger zusammen.
  5. Schreibe diese Regeln in deinen Liebster Award Blog-Artikel.
  6. Informiere deine nominierten Blogger über den Blog-Artikel.

 

Und hier meine Antworten…

wie üblich, kaum durchdacht, durch den Hinterkopf ins Knie…

Was ist das Besondere an deinem (Eltern-)Blog?

Wahrscheinlich, dass nicht ich ihn schreibe, sondern mein frecheres, mutigeres und humorvolleres Alter Ego „Die Nachbarin“. Manchmal fühle ich mich dominiert, aber es geht schon…

Auf welchen deiner Texte bist du besonders stolz?

Stolz ist vielleicht das falsche Wort, aber ich liebe sie alle, weil sie mich dazu bringen, das Leben lockerer zu nehmen und mehr über mich selbst zu lachen. Naja, zumindest im Nachhinein 😉

Schreibst du deine Texte überwiegend am PC, auf dem Smartphone oder wie sonst?

Mein Patenkind (oh mein Gott, sie ist schon 14) kriegt einen Kollaps, wenn sie mich eine Whatsapp tippen sieht, so mit angefeuchtetem Zeigefingerchen auf der kurzsichtigen Suche nach dem richtigen Buchstaben. Nee, nee, ohne ordentliche Tastatur und nem Bildschirm auf Augenhöhe geht da nix.

Was denkst du, wird dein Kind zu deinem Blog sagen, wenn es ihn später liest?

„Ich mach jetzt mal ’ne Therapie!“

Was bringt dich so richtig auf die Palme?

Da: http://dienachbarin.blogspot.de/2014/09/die-felge.html

In welche Richtung soll sich dein Blog weiterentwickeln? Hast du Ziele?

Je mehr Leute, über mich lachen, desto mehr freue ich mich 🙂

Welche Social Media Kanäle nutzt du wie stark?

Derzeit nur Facebook und Twitter und beides auch nur in der Lightversion, weil ich zu mehr einfach nicht komme.

Wer in deinem persönlichen Umfeld weiß von deinem Blog?

Familie – auch die entferntere, Freunde, Bekannte.

Was ist für dich das Tolle am Bloggen? Woran hast du besonders viel Spaß?

Ich liebe es einfach, frei Schnauze losschreiben zu können und mit Sprache zu spielen, wie es mir gerade in den Sinn kommt. Ohne Recherche, Autorisierung und ohne Fristen, die zu meinem Beruf als Journalistin gehören.

Worüber hast du dich heute gewundert?

Darüber, dass beim Kuchenbuffet des Kinderbasars noch fast alle Stücke dieser endleckeren Erdnuss-Karamel-Toffee-Baiser-Sahne-Wasauchimmer-Cremetorte da waren. (Mittlerweile habe ich sie gegessen und wundere mich nicht mehr).

Was wird dein Highlight in 2015?

Das erzähle ich Euch dann an Silvester.

 

Und hier die Nominierten…

Ein paar herrliche Blogs, die Eure Aufmerksamkeit verdient haben.

Makellosmag

Sonea Sonnenschein

Feiersun

Fo(u)r travelers

EinBisschenHaushalt

Frau Müller

Frauen und Kinder zuerst

Frühlingsmama

Zwergenzimmerchen

Mamischnack

Glucke und so

 

Und hier die Fragen…

Dies ist eine Einladung zum Mitmachen, die ihr natürlich ausschlagen dürft. Oder aber ihr beantwortet mir den folgenden neugierigen Mix aus persönlichen und blogbezogenen Fragen.

    1. Wie bist du zum Bloggen gekommen?

 

    1. Ostern oder Weihnachten?

 

    1. Worüber bloggst du am liebsten?

 

    1. Helene Fischer oder Rammstein?

 

    1. An wen richtet sich dein Blog?

 

    1. Bauernhofurlaub oder Kiten am Meer?

 

    1. Wie gewinnst du neue Leser?  

 

    1. Kochsession oder Pizzablitz?

 

    1. Über welche drei Dinge würdest du niemals bloggen?

 

    1. Was machst du, wenn du eine Stunde nur für dich hast?

 

  1. Hat der Blog dein Leben verändert? 

Herzliche Frühlingsgrüße,

Eure Nachbarin